ROOMSTUDIES

Raumbegriff

 

In einem zweidimensionalen System, besitzt jeder Punkt zwei bestimmte Koordinaten. Diese geben die Ausrichtung innerhalb der Achsen X und Y, in Länge und Breite an. Drei oder mehr Punkte miteinander verbunden, bilden eine Form. Also z.B. Dreieck, Viereck, Fünfeck usw. Das, was sich innerhalb dieser Ebene befindet, ist die Fläche. Wird dieses System, bzw. die Punkte darin um eine weitere Koordinate "Z" (Höhe), das sogenannte Tripel, erweitert, wird die Zweidimensionalität in eine dritte Dimension überführt. Acht Punkte in gleichmäßiger Ausdehnung in Länge, Breite und Höhe verbunden, formen den dreidimensionalen Körper. In diesem Fall einen Würfel oder ein Quader. Acht Punkte, sechs Flächen und nunmehr zwölf Geraden definieren den Raum und schließen in sich das Volumen ein. Das Volumen wiederum ist der Indikator des Raumes. Doch was ist mit der Konstante außerhalb dieses begrenzten Raumes? Endet der Raum innerhalb des Körpers?

 

Die Überlegung führt uns in die Umwelt, in die Stadt. Bei ihr handelt es sich um eine Vielzahl geometrischer Körper. Gebaut aus Stein, Glas, Holz, Metall und vielen anderen Materialien, strukturieren die Gebäude das Aussehen der Stadt. Alles was sich innerhalb des Gebäudes abspielt, ist der Innenraum, alles außerhalb dessen der Außenraum. Die klassischen Disziplinen der Architektur. Fern der Stadt erstrecken sich Wälder, Felder, Flora und Fauna. Das ist der natürliche Raum. Als die ersten Menschen begannen in Höhlen zu malen, versuchten sie die Dinge und Ereignisse der Umwelt, des eigenen Lebens, zu imitieren. Dieses Erfassen der Umwelt, ergänzte den realen Raum, um den Bildraum. Je weiter die Entwicklung des Menschen voran schritt, desto komplexer wurden auch seine Bilder. Feine Farbnuancen, komplizierte Mischverhältnisse, immer neue Techniken und zunehmende Details. Doch irgendwann reichte dies nicht mehr und in Übertragung der Perspektive gipfelte die Simulation räumlicher Tiefe. In Addition verband sich der reale Raum mit dem nur malerisch erzeugten, simulierten Raum.


Zweierlei Paradigmen werden an dieser Stelle offenbar:

Zum einen wird der illusionistische Raum im Sinne einer Nachbildung des Realen für die bildende Kunst inhärent, zum anderen verliert aber zugleich der reale Raum, als der uns umgebende, zunehmend an Bedeutung in der kunsthistorischen Betrachtung. Raum wird zu einem anonymen Behälter. Er ist Bildträger, nicht aber mehr Teil der Kunst in einem über dem Bildraum hinaus gehenden Verständnis. Wo u.a. der White Cube den Fokus auf das Bild stärken soll, degradiert er dessen Grundlage zu einem Hintergrund fern jeglicher Eigenwirkung.

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